Spanien beendet 2025/26 mit 356.914 Tonnen Olivenöl auf Lager und Agrarverbände fordern eine Marktrücknahme

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Redaktionsteam

11 min gelesen
22/10/2026
Spanien beendet 2025/26 mit 356.914 Tonnen Olivenöl auf Lager und Agrarverbände fordern eine Marktrücknahme

Olivenöl-Marktbericht für die Woche 43 des Jahres 2026

Spanien hatte am 30. September, dem letzten Tag der Saison 2025/26, 356.914 Tonnen Olivenöl auf Lager, wie aus den Septembermeldungen an die Lebensmittelkontrollbehörde AICA hervorgeht. Die Erzeugung der Saison belief sich auf 1.305.828 Tonnen. Am 20. Oktober forderten die vier wichtigsten Agrar- und Genossenschaftsverbände Spaniens die Regierung auf, den Rücknahmemechanismus der spanischen Vermarktungsregel für Olivenöl sofort zu aktivieren. Natives Olivenöl extra erzielte in Woche 42 in den andalusischen Ölmühlen 3,17 €/kg, so die Preisbeobachtungsstelle der Junta de Andalucía, während zwei Genossenschaften im griechischen Lakonien natives Olivenöl extra aus der neuen Ernte zu 4,60 €/kg verkauften.

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Der Olivenölmarkt in Spanien

Die AICA veröffentlichte ihre Septemberdaten am 15. Oktober und schloss damit die Bilanz für 2025/26 ab. Die Bestände zum 30. September beliefen sich auf 356.914 Tonnen, davon 175.745 Tonnen in Ölmühlen, 178.291 Tonnen bei Abfüllern, Händlern und Raffinerien und 2.878 Tonnen im Patrimonio Comunal Olivarero. Die Erzeugung erreichte 2025/26 insgesamt 1.305.828 Tonnen, darunter 3.406 Tonnen, die im September in den Ölmühlen gewonnen wurden, und die Marktabgänge lagen im September ohne Einfuhren bei 123.486 Tonnen. Diese Bestände sind die Anfangsbestände der Saison 2026/27, für die das Landwirtschaftsministerium am 1. Oktober eine erste nationale Schätzung von 1.602.596 Tonnen vorgelegt hat.

Der Genossenschaftsverband Cooperativas Agro-alimentarias nennt für die Abgänge im September eine weiter gefasste Zahl von 137.604 Tonnen, wie Agrodigital berichtet. Sie enthält rund 15.000 Tonnen Einfuhren, die der Verband selbst geschätzt hat, solange die Zolldaten noch ausstehen, und teilt sich in rund 92.870 Tonnen Ausfuhren und 44.730 Tonnen für den Inlandsmarkt auf. Es handelt sich um Schätzungen des Verbands und nicht um Zahlen der AICA.

Olivenölbestände in Spanien zum 30. September 2026

Olivenölbestände in Spanien zum 30. September 2026 nach Lagerhaltern, in Tonnen, mit der Erzeugung der Saison 2025/26 und den Abgängen im September. Quelle: AICA, Daten für September 2026, über das AICA-Dashboard von Oleista und ASAJA.

ASAJA, COAG, UPA und Cooperativas Agro-alimentarias forderten am 20. Oktober Minister Luis Planas auf, den Rücknahmemechanismus der Vermarktungsregel unverzüglich zu aktivieren. Sie beziffern die verfügbare Menge für 2026/27 auf „über 2.175.000 Tonnen“, eine eigene Schätzung der Verbände. Die Regel kann aktiviert werden, wenn Anfangsbestände und Erzeugung zusammen 120 % des Durchschnitts der sechs vorangegangenen Saisons erreichen. Francisco Elvira von COAG Jaén beziffert die zurückzunehmende Menge auf 188.700 Tonnen, also 11,78 % der Erzeugung jeder Ölmühle, ausgehend von einer Erzeugung von 1.602.000 Tonnen, einem Übertrag von 357.000 Tonnen und Einfuhren von 218.000 Tonnen.

Planas sagte gegenüber Oleum Xauen, die Entscheidung werde in der ersten Novemberhälfte fallen, und die Verbände der Abfüller und Exporteure ANIERAC und ASOLIVA lehnen die Maßnahme ab. Sie verweisen auf einen Bericht der Wettbewerbsbehörde CNMC über die Risiken einer Angebotsbeschränkung.

Die Preisbeobachtungsstelle der Junta de Andalucía notierte natives Olivenöl extra ab Ölmühle für den 12. bis 18. Oktober mit 3,17 €/kg, natives Olivenöl mit 3,04 €/kg und Lampantöl, die niedrigste Kategorie der nativen Olivenöle, mit 2,97 €/kg. Eine Woche zuvor lag natives Olivenöl extra bei 3,18 €/kg und vom 28. September bis 4. Oktober bei 3,53 €/kg.

Poolred-Daten für den 10. bis 16. Oktober, zusammengestellt von COAG Jaén, weisen für natives Olivenöl extra 3,14 €/kg aus, für natives Olivenöl 3,01 €/kg und für Lampantöl 2,93 €/kg, und COAG merkt an, dass derzeit nur sehr wenige Abschlüsse zustande kommen. Der Poolred-Bericht von ASAJA-Jaén, veröffentlicht am Morgen des 19. Oktober, nennt für die drei Kategorien 3,16 €/kg, 2,99 €/kg und 2,88 €/kg bei 50 Abschlüssen mit insgesamt 3.185 Tonnen. Die drei Reihen beziehen sich auf unterschiedliche Tage, sodass ihre Werte zwar nahe beieinanderliegen, aber nicht direkt vergleichbar sind.

Olivenölpreise in andalusischen Ölmühlen, Wochen 39 bis 42 des Jahres 2026

Preise ab Ölmühle für natives Olivenöl extra, natives Olivenöl und Lampantöl in Andalusien, Wochen 39 bis 42 des Jahres 2026, in €/kg. Quelle: Junta de Andalucía, Observatorio de Precios y Mercados.

In mehreren Bezirken von Jaén haben Erntetrupps begonnen, grüne Oliven für Öl aus früher Ernte zu pflücken, und Ölmühlen im Gebiet der Ursprungsbezeichnung Sierra de Cazorla stellen seit mehr als einer Woche ihre ersten Öle her, wie Jaén24h berichtet. Die Branche hofft auf ein weiteres Rekordjahr für frühes Öl, auch wenn noch keine Produktionszahlen vorliegen.

ASAJA, COAG und Unión de Uniones haben für Mittwoch, den 28. Oktober, zu einer Traktordemonstration in Madrid aufgerufen, die vor dem Landwirtschaftsministerium enden soll. Es geht um die Kosten, die Einfuhren und den GAP-Haushalt. UPA beteiligt sich nicht. Im Supermarktregal wies der Preisvergleich der Verbraucherorganisation FACUA, wie Qué! berichtet, am 19. Oktober für natives Olivenöl extra der Mercadona-Eigenmarke 4,35 € je Liter aus.

Die verbindlichen Angebote für Deoleo sind am 26. Oktober fällig, wie Expansión unter Berufung auf ungenannte Quellen schreibt und Distribución Actualidad berichtet. Dcoop-Präsident Antonio Luque sagte am 15. September, die Frist für das eigene Angebot von Dcoop sei bereits abgelaufen. Zwischen dem 14. und 20. Oktober wurden keine neuen Informationen zum Verkauf veröffentlicht.

Aktuelle Erzeugerpreise (Preisbeobachtungsstelle der Junta de Andalucía, Woche 42):

  • Natives Olivenöl extra: 3,17 €/kg
  • Natives Olivenöl: 3,04 €/kg
  • Lampantöl: 2,97 €/kg

Der Olivenölmarkt in Griechenland

Von den 6 Tankwagen mit nativem Olivenöl extra aus der neuen Ernte, die die Genossenschaft Agioi Apostoloi in Lakonien zu 4,60 €/kg angeboten hatte, wurden nur 3 gehandelt, berichtet die Preisbeobachtungsstelle von Olivenews. Das ergänzt das Bild der Verkäufe der Vorwoche zu 4,60 €/kg, die zwei Genossenschaften aus Lakonien getätigt hatten. Die Genossenschaft meldet außerdem in diesem Jahr sehr niedrige Ölausbeuten von 6 % bis 11 %, gegenüber etwa 18 kg Öl je 100 kg Oliven in der vergangenen Saison, und Olivenews beziffert das Verhältnis von Frucht zu Öl in der industriellen Verarbeitung auf etwa 6:1.

Auf Kreta sagt Christos Lydis, ein Sprecher der Olivenbauern von Heraklion, die Erzeuger verkauften zu etwa 3,5 bis 4 €/kg, ohne die Kategorie oder die Saison des Öls zu nennen. In Messenien schätzt Giorgos Katsoulis, Vorsitzender des regionalen Genossenschaftsverbands, dass die diesjährige Erzeugung 40 % bis 50 % über der des Vorjahres liegt, ohne eine Menge in Tonnen zu nennen.

Für Öl der vergangenen Saison nennt Olivenews als Richtwerte Preise ab Werk für natives Olivenöl extra von 3,35 €/kg in Griechenland, 4,20 €/kg in Italien, 3,20 €/kg in Spanien und 3,25 €/kg in Tunesien.

Aktuelle Preise (Griechenland):

  • Natives Olivenöl extra der neuen Ernte, zwei Genossenschaften in Lakonien: 4,60 €/kg
  • Natives Olivenöl extra der alten Ernte, Preisbeobachtung von Olivenews: 3,35 €/kg
  • Natives Olivenöl extra, Oleista, Woche 42: 3,59 €/kg

Der Olivenölmarkt in Italien

Olivenbauern in Apulien protestierten wegen sinkender Preise, zollfreier Einfuhren aus Tunesien und der Herkunftskontrollen. Die Vereinigung Orgoglio Olivicolo demonstrierte vor der Präfektur in Bari, und Coldiretti hielt in derselben Woche eine große Kundgebung in Bari ab. Il Post bezifferte unter Berufung auf das Marktinstitut ISMEA den Preis in Bari im Oktober auf etwa 4,3 €/kg, gegenüber etwa 9 € im Jahr 2025. Die Region Apulien stellte den Betrieben 30 Mio. € zur Senkung der Produktionskosten bereit.

Das Landwirtschaftsministerium meldete die dritte Aktion seiner Kontrollbehörde gegen gefälschtes natives Olivenöl extra, bei der 4.380 Liter beschlagnahmt und 120.000 gefälschte Flaschen aus dem Verkehr gezogen wurden. Das Ministerium nannte weder einen Ort noch Einzelheiten zum Betrug. Weder ISMEA noch die Branchenverbände haben eine nationale Erzeugungsschätzung für 2026/27 veröffentlicht, und der Bestandsbericht der ICQRF zum 31. Oktober erscheint üblicherweise in der ersten Novemberhälfte.

Aktuelle Preise (Oleista, Woche 42):

  • Natives Olivenöl extra: 4,75 €/kg
  • Natives Olivenöl: 3,00 €/kg
  • Lampantöl: 2,71 €/kg

Der Olivenölmarkt in Portugal

Das neueste SIMA-Bulletin für Olivenöl, das wir öffnen konnten, betrifft den 7. bis 13. September, sodass für Oktober kein neuer amtlicher Preis vorliegt. Die Bulletins des Ministeriums erscheinen mit mehreren Wochen Verzögerung.

Der Olivenölmarkt in Tunesien

Das Landwirtschaftsministerium meldete Ausbrüche von Olivenkrebs, einer Krankheit, die das Bakterium Pseudomonas savastanoi verursacht, in Melloulech im Gouvernement Mahdia, wie Webdo berichtet. Sein Notfallplan sieht die Eingrenzung der befallenen Zonen, den Rückschnitt, das Verbrennen der Pflanzenreste vor Ort und die vorbeugende Behandlung aller Olivenbäume in dem Gebiet vor. Zur Größe der betroffenen Fläche wurde keine Zahl genannt, und ein Zusammenhang mit dem erwarteten Rückgang der Erzeugung ist nicht belegt.

Najah Saïdi Hamed, Präsidentin der nationalen Kammer der Olivenerzeuger, erwartet für 2026/27 eine Ölerzeugung von etwa 300.000 Tonnen, gegenüber etwa 500.000 Tonnen 2025/26, ein Rückgang um 40 %. Diese Schätzung nannte sie erstmals im September, und eine amtliche nationale Prognose gibt es noch immer nicht. Der Erntebeginn wird Region für Region festgelegt. In Kairouan beginnt die Ernte am 26. Oktober, wie Tuniscope berichtet, während das regionale Landwirtschaftsamt in Sousse den 6. November als Beginn vorgeschlagen hat.

Der Olivenölmarkt in der Türkei

Der Agronom und Berater Murat Küçükçakır hält für die Türkei 2026/27 eine Erzeugung von 380.000 bis 400.000 Tonnen Olivenöl für möglich, die Prognose eines einzelnen Analysten, über die Jus d'olive berichtet. Der Olivenrat UZZK hat seine Schätzung für 2026/27 noch nicht veröffentlicht. Sie erscheint üblicherweise Ende Oktober.

Zölle auf Olivenöl in China und den USA

Nach einer am 9. Oktober in Peking erzielten Verständigung wird China ab dem 1. Januar 2027 für vier Jahre seine Zölle auf einige EU-Erzeugnisse senken, darunter Olivenöl, wie Agence Europe berichtet. Nach Angaben aus der Europäischen Kommission betrifft das Paket EU-Ausfuhren im Wert von etwa 4 Mrd. € und spart mindestens 225 Mio. € an Zöllen. Die neuen Zollsätze für Olivenöl wurden bisher nicht veröffentlicht.

In den USA fanden wir in dem Teil des Anhangs zu den Section-301-Maßnahmen, den wir lesen konnten, keine Ausnahme für die Zolltarifpositionen von Olivenöl. Der Text war abgeschnitten, daher ist noch nicht bestätigt, ob Olivenöl ausgenommen ist.

Natives Olivenöl extra im Ländervergleich

Preise für natives Olivenöl extra im Ländervergleich, Woche 43 des Jahres 2026

Natives Olivenöl extra ab Erzeuger, €/kg. Jeder Balken stammt aus einer anderen Quelle und einem anderen Zeitraum, die unter dem Ländernamen angegeben sind, daher ist die Grafik als Orientierung zu verstehen. Der umrandete Balken zeigt Öl der neuen Ernte, das zwei griechische Genossenschaften verkauft haben.

Marktausblick

Spanien schloss 2025/26 nach einer Erzeugung von 1.305.828 Tonnen mit 356.914 Tonnen Olivenöl auf Lager ab und geht in eine Saison, für die das Ministerium 1.602.596 Tonnen erwartet. Natives Olivenöl extra fiel in den andalusischen Ölmühlen von 3,53 €/kg in der Woche bis zum 4. Oktober auf 3,17 €/kg für den 12. bis 18. Oktober, während natives Olivenöl extra der neuen Ernte aus Lakonien zu 4,60 €/kg verkauft wurde. Die Endbestände und die Entscheidung über die Marktrücknahme sind vor allem für spanische Ölmühlen und Genossenschaften wichtig, die entscheiden, wann sie altes und neues Öl verkaufen, sowie für Käufer, die ihre Einkäufe für die ersten Monate von 2026/27 planen.

Als Nächstes zu beobachten sind die verbindlichen Angebote für Deoleo am 26. Oktober, die Schätzung des UZZK für die Türkei, die Traktordemonstration in Madrid am 28. Oktober, die Entscheidung der spanischen Regierung über die Marktrücknahme in der ersten Novemberhälfte und Mitte November die AICA-Daten für Oktober, den ersten Monat von 2026/27.

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Korrektur zum Marktbericht der Woche 41

In unserem Artikel vom 8. Oktober hieß es, die Preisbeobachtungsstelle der Junta de Andalucía habe für den 28. September bis 4. Oktober 3,43 €/kg angegeben. Die Seite der Beobachtungsstelle selbst weist für diese Woche natives Olivenöl extra mit 3,53 €/kg aus, und der Wert von 3,43 €/kg stammte aus dem Marktbericht des Landwirtschaftsministeriums für dieselben Tage.

Quellen

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