Im Jahr 2024 erhielten 34 % der Hersteller von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakerzeugnissen in der EU mit mindestens 10 Beschäftigten Bestellungen über eine Website, eine App, einen Online-Marktplatz oder EDI-Nachrichten. Das zeigt die Eurostat-Erhebung zur IKT-Nutzung und zum E-Commerce in Unternehmen. Die übrigen 66 % erhielten auf keinem dieser Wege Bestellungen. Eurostat zählt eine Bestellung als E-Commerce, wenn sie über ein eigens für Bestellungen eingerichtetes Verfahren eingeht, auch wenn Bezahlung und Lieferung offline erfolgen. Ausgenommen sind Bestellungen per manuell geschriebener E-Mail. Die Erhebung fand 2025 statt, ihre Fragen zu den Verkäufen beziehen sich auf das vorangegangene Kalenderjahr.
Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2014, lag der Anteil bei 24 %. Im Jahr 2024 erreichte er im Großhandel 41 % und im Durchschnitt aller Unternehmen, die die Erhebung erfasst, 24 %. Landwirtschaft und Finanzsektor sind darin nicht enthalten.
Ein KI-Agent kann nur über einen maschinenlesbaren Kanal bestellen
Im September und Oktober haben zwei Speditionen und ein Anbieter von Software für das Transportmanagement ihre Buchungssysteme für KI-Agenten geöffnet, also für KI-Anwendungen, die selbstständig Arbeitsschritte ausführen dürfen. Über MCP-Schnittstellen kann ein solcher Agent für einen Kunden ein Frachtangebot einholen und eine Sendung buchen, ohne dass jemand ein Formular ausfüllt. In einer Rede auf der Konferenz Sibos am 29. September sagte Christopher Waller, Mitglied des Direktoriums der US-Notenbank Federal Reserve, Käufe zwischen Unternehmen könnten sich gut für Agenten eignen, weil sie sich wiederholen und festen Regeln folgen, etwa freigegebenen Lieferanten und Budgets.
Ein Agent, der für einen Käufer handelt, kann eine Bestellung über den Webshop oder das Portal eines Lieferanten aufgeben, ähnlich wie ein Mensch, oder über eine direkte Verbindung zwischen den Systemen der beiden Unternehmen. Der elektronische Datenaustausch (EDI) ist die ältere Form einer solchen direkten Verbindung. Eurostat definiert ihn als strukturierte Übertragung von Daten oder Dokumenten zwischen Unternehmen in einem Format wie EDI oder XML, das eine automatische Verarbeitung erlaubt. Ein Agent kann auch eine E-Mail schicken. Hat der Lieferant aber keine eigene Software, die solche E-Mails ausliest, muss jemand die Bestellung von Hand erfassen.
EDI-Bestellungen machen mehr als ein Viertel des Umsatzes der Lebensmittelhersteller aus
Im Jahr 2024 erhielten 17 % der EU-Lebensmittelhersteller Bestellungen als EDI-Nachrichten, kaum mehr als die 16 % von 2014. Auf diese Bestellungen entfielen 27 % des Umsatzes der Branche, wie die Eurostat-Daten zum Wert der E-Commerce-Verkäufe zeigen. Web-Bestellungen von anderen Unternehmen und öffentlichen Stellen brachten 2,1 % des Umsatzes, Web-Bestellungen von Verbrauchern 0,9 %. Alle elektronischen Bestellungen zusammen machten 30 % des Umsatzes der Lebensmittelhersteller aus, gegenüber 19 % im Durchschnitt aller Unternehmen.

Anteil der EU-Lebensmittelhersteller, der Großhändler und aller Unternehmen mit Bestellungen über die einzelnen Kanäle im Jahr 2024. Quelle: Eurostat.
Laut der Eurostat-Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße erhielten 2024 über alle Branchen hinweg 28 % der Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten EDI-Bestellungen, gegenüber 12 % der mittleren und 4 % der kleinen Unternehmen. Für die Lebensmittelhersteller allein veröffentlicht Eurostat diese Aufschlüsselung nicht, ihre Zahlen weisen aber in dieselbe Richtung. Wenn 17 % der Unternehmen allein über EDI-Bestellungen 27 % des Branchenumsatzes erzielen, sind die Lebensmittelhersteller mit EDI im Durchschnitt größer als die übrigen.
Mehr Lebensmittelhersteller erhalten Web-Bestellungen von Verbrauchern als von Unternehmen
Der Anteil der Lebensmittelhersteller mit Bestellungen über Websites, Apps oder Online-Marktplätze hat sich zwischen 2014 und 2024 von 12 % auf 24 % verdoppelt. Der Anteil mit Web-Bestellungen von Verbrauchern stieg von 10 % auf 23 %, der Anteil mit Web-Bestellungen von anderen Unternehmen und öffentlichen Stellen von 7 % auf 12 %. Den größten Teil dieses zweiten Anstiegs gab es zwischen 2020 und 2021. Gemessen am Wert ist die Reihenfolge umgekehrt. Web-Bestellungen von Unternehmen bringen den Lebensmittelherstellern mehr als doppelt so viel Umsatz wie Web-Bestellungen von Verbrauchern.

Anteil der EU-Hersteller von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakerzeugnissen mit Bestellungen nach Kanal, 2014 bis 2024. Quelle: Eurostat.
Im Großhandel sind Web-Bestellungen von Unternehmen häufiger als bei Lebensmittelherstellern
Im Großhandel erhielten 2024 29 % der Unternehmen in der EU Web-Bestellungen von anderen Unternehmen oder öffentlichen Stellen, ein mehr als doppelt so hoher Anteil wie bei den Lebensmittelherstellern. Bei EDI-Bestellungen lagen beide Gruppen nahe beieinander, mit 16 % im Großhandel und 17 % bei den Lebensmittelherstellern. Im Großhandel entfielen 15,3 % des Umsatzes auf EDI-Bestellungen und 7,3 % auf Web-Bestellungen von Unternehmen und öffentlichen Stellen. Eurostat veröffentlicht Zahlen für den Großhandel insgesamt und weist den Lebensmittelgroßhandel nicht gesondert aus.
Griechenland und Bulgarien haben die niedrigsten Anteile in der EU
Unter den 22 Mitgliedstaaten mit veröffentlichten Zahlen war der Anteil der Lebensmittelhersteller mit elektronischen Bestellungen 2024 in Griechenland (14,5 %) und Bulgarien (14,8 %) am niedrigsten. Nur 1,6 % der griechischen Lebensmittelhersteller erhielten EDI-Bestellungen, der niedrigste Wert unter den Mitgliedstaaten mit veröffentlichten Zahlen. In Spanien erhielten 52 % der Lebensmittelhersteller elektronische Bestellungen und 27 % EDI-Bestellungen. Beim ersten Wert lagen nur die Niederlande (62 %), Irland (61 %) und Litauen (60 %) höher. Italien kam auf 29 %, Zypern auf 25 % und Kroatien auf 19 %.

Anteil der Hersteller von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakerzeugnissen mit elektronischen Bestellungen im Jahr 2024, nach Mitgliedstaat. Quelle: Eurostat.
Für Portugal veröffentlicht Eurostat den Gesamtwert wegen geringer Zuverlässigkeit nicht, obwohl 17 % der portugiesischen Lebensmittelhersteller EDI-Bestellungen erhielten. Olivenölmühlen werden der Herstellung von Nahrungsmitteln zugerechnet und in der Erhebung nicht gesondert ausgewiesen.
Ein Lebensmittelhersteller kann vier Punkte bei seinen Bestellwegen prüfen
- Bestellwege: welche Bestellungen bereits über EDI, einen Webshop oder das Portal eines Kunden eingehen und welche per Telefon oder E-Mail kommen, sodass Mitarbeitende sie von Hand erfassen müssen.
- Produkt- und Preisdaten: ob Spezifikationen, Preise, Mindestmengen und Lieferzeiten an einer Stelle gepflegt werden, die ein System lesen kann, und ob der Preis, den die Software eines Käufers findet, der aktuelle ist. Dieselbe Frage stellt sich auf der Käuferseite, wenn ein KI-Werkzeug Lebensmittelpreise ausliest.
- Freigabe: wer eine Bestellung bestätigt, die eingeht, ohne dass ein Mensch sie geschrieben hat, und nach welchen Kriterien. Auch bei einer Bestellung, die eine Software aufgegeben hat, bleibt die Frage, wann ein Exporteur einen Auftrag ablehnen sollte.
- Fachwissen: eine Verbindung, über die Bestellungen eingehen, braucht jemanden, der sie pflegt und prüft, was ankommt. Im Jahr 2025 nannten 69 % der EU-Lebensmittelhersteller, die KI erwogen, aber nicht genutzt hatten, fehlendes Fachwissen, die am häufigsten genannte Hürde.
Quellen
- Eurostat. (2026). E-commerce sales of enterprises by NACE Rev. 2 activity (isoc_ec_eseln2). Eurostat data browser, letzte Aktualisierung 15. Juni 2026.
- Eurostat. (2026). Value of e-commerce sales by NACE Rev. 2 activity (isoc_ec_evaln2). Eurostat data browser, letzte Aktualisierung 27. Februar 2026.
- Eurostat. (2026). E-commerce sales of enterprises by size class of enterprise (isoc_ec_esels). Eurostat data browser, letzte Aktualisierung 15. Juni 2026.
- Eurostat. (2026). E-commerce statistics. Statistics Explained, Datenstand Februar 2026.
- Eurostat. (o. J.). Glossary: E-commerce. Statistics Explained.
- Eurostat. (o. J.). Glossary: Electronic data interchange (EDI). Statistics Explained.
- Waller, C. J. (2026). Payments in the age of AI agents. Rede auf der Sibos 2026, Miami, 29. September 2026. Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.







