Italien kaufte 61,6 % des nativen Olivenöls extra, das Griechenland zwischen Januar 2022 und August 2026 exportierte, und zahlte im Durchschnitt 5,29 € je kg, 25,2 % weniger als alle anderen Käufer zusammen. Das ergibt eine Wikifarmer-Auswertung der Ausfuhrdaten von Eurostat. Italiens Preisabschlag ist seit 2023 jedes Jahr gewachsen, von 13,2 % auf 36,5 % in den ersten acht Monaten 2026. Deutschland, die USA und das Vereinigte Königreich zahlten mehr als 7 € je kg, und in 24 der 27 Märkte, in denen beide Länder jeweils mindestens 1.000 Tonnen absetzen, hatte aus Griechenland versandtes Öl einen höheren Durchschnittswert als aus Spanien versandtes Öl.
Italien nimmt drei Fünftel des griechischen Exports an nativem Olivenöl extra ab
Von Januar 2022 bis August 2026 exportierte Griechenland 621.916 Tonnen natives Olivenöl extra zu einem Durchschnittswert von 5,98 € je kg, davon gingen 383.228 Tonnen nach Italien (Eurostat Comext). Wertmäßig ist Italiens Anteil mit 54,5 % geringer, weil das Land je Kilo weniger zahlt. In denselben Monaten nahm Italien 31,5 % der spanischen Exporte von nativem Olivenöl extra ab. Griechische Exporteure hängen also fast doppelt so stark von einem einzigen Käufer ab wie spanische Exporteure.
Bei diesen Zahlen handelt es sich um Ausfuhrdurchschnittswerte, also den gemeldeten Wert der Sendungen geteilt durch ihr Gewicht, für die Zolltarifnummer 1509 20 00 (natives Olivenöl extra) mit Griechenland als Ausfuhrland. Es sind Preise frei an Bord (FOB) an der griechischen Grenze, also ohne Frachtkosten. Sie erfassen Öl, das aus Griechenland versandt wurde und in der Regel, aber nicht nachweisbar, aus griechischem Anbau stammt. Jedes Land wird mit allen anderen Käufern zusammengenommen verglichen, gewichtet nach den von ihnen gekauften Mengen.
Italiens Preisabschlag ist seit 2023 jedes Jahr größer geworden
Italien zahlte in jedem Jahr von 2022 bis 2026 weniger als die anderen Käufer von griechischem nativem Olivenöl extra. Der Abstand betrug 16,4 % im Jahr 2022 und 13,2 % im Jahr 2023. Im Jahr 2024, als die Exportpreise ihren Höhepunkt erreichten, stieg er auf 28,9 %, und seitdem ist er weiter gewachsen, auf 34,5 % im Jahr 2025 und 36,5 % von Januar bis August 2026.
| Jahr | Italien, €/kg | Alle anderen Käufer, €/kg | Italien gegenüber anderen Käufern | Italien, Tonnen |
| 2022 | 4,34 | 5,19 | −16,4 % | 90.253 |
| 2023 | 5,86 | 6,75 | −13,2 % | 103.190 |
| 2024 | 7,24 | 10,18 | −28,9 % | 56.906 |
| 2025 | 4,73 | 7,21 | −34,5 % | 95.733 |
| 2026, Januar bis August | 4,48 | 7,06 | −36,5 % | 37.146 |
Quelle: Wikifarmer-Auswertung des Eurostat-Comext-Datensatzes DS-045409, griechische Ausfuhren unter KN 1509 20 00, abgerufen am 16. Oktober 2026. Die Zahlen für 2026 sind vorläufig.
2025 kaufte Italien 95.733 Tonnen zu 4,73 € je kg, während die anderen Käufer im Durchschnitt 7,21 € zahlten. 2024 lagen zwischen Italiens 7,24 € und den 10,18 €, die alle übrigen Käufer zahlten, fast 3 € je kg.

Deutschland zahlte 7,35 €/kg und die USA 7,01 €/kg für natives Olivenöl extra, das aus Griechenland verschifft wurde
Deutschland und die USA zahlen mehr als 7 € je Kilo
Deutschland war mit 59.132 Tonnen zu 7,35 € je kg der zweitgrößte Käufer und zahlte 26,0 % mehr als alle anderen Käufer zusammen. Es folgten die USA mit 41.241 Tonnen zu 7,01 € je kg, 18,7 % mehr. Das Vereinigte Königreich zahlte für 13.004 Tonnen 7,59 € je kg und Frankreich für 10.158 Tonnen 7,25 € je kg, 27,8 % beziehungsweise 21,8 % mehr als die anderen Käufer.
| Käufer | Tonnen | €/kg | gegenüber allen anderen Käufern |
| Italien | 383.228 | 5,29 | −25,2 % |
| Deutschland | 59.132 | 7,35 | +26,0 % |
| USA | 41.241 | 7,01 | +18,7 % |
| Spanien | 22.363 | 5,21 | −13,2 % |
| Vereinigtes Königreich | 13.004 | 7,59 | +27,8 % |
| Frankreich | 10.158 | 7,25 | +21,8 % |
Quelle: Wikifarmer-Auswertung des Eurostat-Comext-Datensatzes DS-045409, griechische Ausfuhren unter KN 1509 20 00, Januar 2022 bis August 2026.
Spanien kaufte 22.363 Tonnen natives Olivenöl extra aus Griechenland zu 5,21 € je kg, 85 % davon in den Jahren 2022 und 2023. Unter den Bestimmungsländern mit mindestens 50 Tonnen zahlte Südkorea den höchsten Durchschnittswert, 11,81 € je kg für 1.829 Tonnen, und der Median dieser 65 Bestimmungsländer lag bei 7,27 € je kg.
Aus Griechenland versandtes Öl erzielt auf denselben Märkten höhere Preise als spanisches Öl
Zwischen Januar 2022 und August 2026 kauften 27 Länder jeweils mindestens 1.000 Tonnen natives Olivenöl extra sowohl aus Griechenland als auch aus Spanien. In 24 davon hatte das Öl aus Griechenland den höheren Durchschnittswert. Deutschland und Frankreich zahlten für Öl aus Griechenland je 41,3 % mehr pro Kilo als für Öl aus Spanien, das Vereinigte Königreich 29,5 % und die USA 14,0 % mehr. Die drei Ausnahmen waren Australien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Serbien.
| Käufer | Aus Griechenland, €/kg | Aus Spanien, €/kg | Differenz |
| Deutschland | 7,35 | 5,20 | +41,3 % |
| Frankreich | 7,25 | 5,13 | +41,3 % |
| Vereinigtes Königreich | 7,59 | 5,86 | +29,5 % |
| USA | 7,01 | 6,15 | +14,0 % |
| Italien | 5,29 | 4,86 | +8,9 % |
| Australien | 6,11 | 6,35 | −3,8 % |
Quelle: Wikifarmer-Auswertung des Eurostat-Comext-Datensatzes DS-045409, Ausfuhren unter KN 1509 20 00 aus Griechenland und Spanien, Januar 2022 bis August 2026, Länder mit Käufen von mindestens 1.000 Tonnen aus jedem der beiden Ausfuhrländer.
Italien zahlte für Öl aus Griechenland 8,9 % mehr als für Öl aus Spanien, obwohl Italien auch spanisches natives Olivenöl extra unter dem Preis kauft, den Spaniens andere Kunden zahlen. Ohne Italien lag der Durchschnittswert der Exporte von nativem Olivenöl extra aus Griechenland bei 7,08 € je kg und aus Spanien bei 5,70 € je kg.
Die Zolltarifnummer unterscheidet nicht zwischen losem und abgefülltem Öl
Die Zolltarifnummer 1509 20 00 umfasst alle Behältergrößen, vom Tanklastwagen bis zur 250-ml-Flasche, und die Handelsdaten zeigen nicht, welcher Anteil der Sendungen lose Ware und welcher abgefüllt ist. Loses Öl wird je Kilo billiger verkauft, und der Transport von Olivenöl als lose Ware bringt zudem andere Kosten und Konditionen mit sich. Italiens niedriger Durchschnittswert passt zu Käufen von losem Öl zum Abfüllen und Verschneiden, doch diese Daten allein können das nicht bestätigen.
Aus demselben Grund bedeutet der höhere Durchschnittswert von Öl aus Griechenland in Deutschland, Frankreich oder dem Vereinigten Königreich für sich genommen keine höhere Qualität. Dahinter können kleinere Packungen, ein größerer Anteil an Öl mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) oder an Bio-Olivenöl oder Markenprodukte stehen. Nichts davon erfasst die Zolltarifnummer.
Die Durchschnittswerte zeigen die Märkte mit den höchsten Erlösen für griechisches Öl
Für griechische Abfüller und Exporteure bieten diese Durchschnittswerte einen öffentlich zugänglichen Anhaltspunkt dafür, was jeder Markt gezahlt hat, sofern Vergleiche zwischen ähnlichen Verpackungen gezogen werden. Weil Italien einen so großen Teil der Menge abnimmt, folgt Griechenlands durchschnittlicher Exportpreis weitgehend dem, was italienische Käufer zahlen. Die Saison 2026/27 beginnt mit Erzeugerpreisen in Griechenland von bereits rund 4 € je Kilo. Die jüngsten Monate sind vorläufig, und Eurostat überarbeitet sie, sobald berichtigte Meldungen eingehen.
Quellen
- Eurostat. (2026). International trade in goods database, Comext dataset DS-045409, EU trade since 1988 by HS2-4-6 and CN8. Europäische Kommission.
- Eurostat. (2026). Comext database API, getting started. Europäische Kommission.







