Auf Kreta fiel im Oktober kurz vor der Olivenernte sehr starker Regen

Wikifarmer

Redaktionsteam

7 min gelesen
26/10/2026
Auf Kreta fiel im Oktober kurz vor der Olivenernte sehr starker Regen

Die Wetterstation in Peza im Hinterland von Heraklion verzeichnete zwischen dem 21. September und dem 20. Oktober 2026 223,6 mm Regen, davon 124,4 mm in den ersten drei Oktobertagen, wie eine Wikifarmer-Auswertung der Tagesdaten aus dem Stationsnetz des Nationalen Observatoriums Athen (meteo.gr) zeigt. Der Regen kam kurz vor der herbstlichen Olivenernte auf einer Insel, die zusammen mit der Peloponnes den größten Teil des griechischen Olivenöls erzeugt. In seiner Vorhersage vom 26. Oktober erwartet das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) für diese Woche über dem größten Teil der Insel schwächeren Regen, als seine Vorhersage vom 23. Oktober zeigte.

In Peza fielen in 30 Tagen 223,6 mm Regen

In Peza auf 305 m Höhe fiel der größte Teil des Regens mit dem Unwetter vom 1. bis 3. Oktober. Die Station des Observatoriums in Chania verzeichnete in denselben 30 Tagen 127,0 mm, davon 30,0 mm am regenreichsten Tag, dem 14. Oktober, während die Station der Hellenischen Mittelmeer-Universität in Heraklion an der Küste 97,8 mm maß. Allein vom 1. bis 20. Oktober lagen die Summen bei 175,2 mm in Peza, 79,8 mm in Chania und 59,4 mm in Heraklion, sodass der Regen sehr ungleich über die Insel verteilt fiel.

Niederschlag vom 21. September bis 20. Oktober 2026 an den Stationen Peza, Chania und Heraklion des Nationalen Observatoriums Athen

Quelle: Wikifarmer-Auswertung der Tagesdaten der Stationen des Nationalen Observatoriums Athen (meteo.gr), des agrarmeteorologischen Bulletins des griechischen nationalen Wetterdienstes für den 21. bis 30. September 2026 und der EZMW-IFS-Vorhersage vom 26. Oktober 2026 (00 UTC).

Sieben Stationen auf Kreta überschritten in 18 Tagen 500 mm

In einer am 18. Oktober veröffentlichten Auswertung zählte meteo.gr in Griechenland eine Station mit mehr als 1.000 mm Regen zwischen dem 1. und 18. Oktober, vier mit mehr als 600 mm und sieben mit mehr als 500 mm, alle sieben auf Kreta. Die höchste Summe, 1.011 mm, wurde in Xyloskalo in der Samaria-Schlucht (Chania) gemessen, gefolgt von der Station in der Schlucht selbst mit 764 mm, Anogia (Rethymno) mit 693 mm, Askyfou (Chania) mit 631 mm, Sembronas (Chania) mit 538 mm, Potamoi (Lasithi) mit 503 mm und Tzermiado (Lasithi) mit 502 mm. Diese Stationen liegen in Samaria und Sfakia, am Psiloritis und in Lasithi, daher beschreiben ihre Summen nicht die Olivenhaine in tieferen Lagen, zeigen aber, wie heftig die Unwetter waren. Im selben Zeitraum verzeichneten 97 der 580 Stationen der Auswertung, rund 17 %, mehr als 100 mm.

In Heraklion fiel Ende September mehr als fünfmal so viel Regen wie im Durchschnitt

Der griechische nationale Wetterdienst (HNMS) meldet in seinem agrarmeteorologischen Bulletin für seine Station in Heraklion vom 21. bis 30. September 2026 23,0 mm Regen, gegenüber einem Durchschnitt von 4,1 mm für dieselben zehn Tage in früheren Jahren und 0,6 mm im selben Zeitraum 2025. Dieser Regen fiel an vier Tagen, sodass das Unwetter Anfang Oktober das Gebiet um Heraklion nach einer bereits nassen Phase erreichte.

Die EZMW-Vorhersage vom 26. Oktober sieht für den 27. bis 29. Oktober bis zu 24 mm vor

Die EZMW-Vorhersage vom 26. Oktober (Modelllauf von 00 UTC) sieht für Kreta vom 27. bis 29. Oktober je nach Gebiet 8,1 bis 23,8 mm Regen vor, mit dem niedrigsten Wert am Gitterpunkt bei Ierapetra und dem höchsten in Mittelkreta. Für die zehn Tage bis zum 4. November ergibt dieselbe Vorhersage 35,4 bis 47,6 mm an den fünf untersuchten Gitterpunkten, verteilt auf viele Tage. Der Lauf vom 23. Oktober hatte für dieselben drei Tage 84,0 mm am Gitterpunkt in Mittelkreta und 119,1 mm am Gitterpunkt Chania ergeben, was zeigt, wie stark sich eine Vorhersage von einem Lauf zum nächsten ändern kann.

Die Wetterwarnung 15/2026 des HNMS, am 25. Oktober mit Warnstufe Orange herausgegeben und gültig bis Mitternacht zwischen dem 28. und 29. Oktober, sagt örtlich starken Regen und Gewitter vor allem im Osten des Landes voraus. Für Montag, den 26. Oktober, nennt sie das östliche Mittelgriechenland, Attika, Magnesia und Larisa, die Sporaden und Euböa, den Dodekanes und die Inseln der östlichen Ägäis, für Dienstag, den 27. Oktober, die Sporaden und Euböa, die Inseln der östlichen Ägäis, den Dodekanes und Attika am Morgen. Kreta wird in der Warnung nicht genannt.

Herbstregen begünstigt Pfauenaugenkrankheit und Olivenkrebs

In seinem Bulletin vom 28. September 2026 zum Pflanzenschutz bei Oliven in Herbst und Winter stellt das Regionalzentrum für Pflanzenschutz und Qualitätskontrolle Heraklion, das dem griechischen Ministerium für ländliche Entwicklung und Ernährung untersteht, fest, dass sinkende Temperaturen und Regenwetter die Pfauenaugenkrankheit (Spilocaea oleagina) begünstigen, eine Krankheit, die im Herbst stärker auftritt als im Frühjahr. Als besonders anfällig nennt das Bulletin die Sorten Throumbolia, Tsounati, Amfissis und Kalamon, während Koroneiki nur in feuchten Lagen infiziert wird. Für anfällige Sorten empfiehlt es vor der nächsten Regenperiode eine vorbeugende Behandlung mit Kupferpräparaten oder anderen zugelassenen Fungiziden unter Einhaltung der auf dem Etikett angegebenen Wartezeit, und bei Kupferpräparaten verlangt es wegen der Auswirkungen auf das Öl mindestens 21 Tage Abstand bis zur Ernte.

Der Olivenkrebs (Pseudomonas savastanoi) breitet sich mit Wasser aus und dringt über Wunden und Risse ein, deshalb rät dasselbe Bulletin davon ab, bei nassem Wetter Oliven abzuschlagen, die Bäume zu schneiden oder auszuputzen, und bittet die Erzeuger, die Bäume zu schützen, wenn sie in einer Regenperiode durch Abschlagen ernten, da Koroneiki sehr anfällig für das Bakterium ist. Die durch Camarosporium dalmaticum verursachte Weichfäule der Früchte, die im Herbst an halbreifen und reifen Oliven auftritt, entwickelt sich nur an Früchten, die von der Olivenfruchtfliege befallen sind, sodass ihre Ausbreitung davon abhängt, wie gut die Fliege im jeweiligen Olivenhain bekämpft wurde. Jeder Regen entscheidet zudem darüber, wann nach Regen geerntet wird, denn nasse Früchte wiegen mehr, ohne mehr Öl zu liefern.

Eine amtliche Schätzung der Ernteschäden liegt noch nicht vor

Die amtlichen Quellen, die Wikifarmer bis zum 26. Oktober geprüft hat, enthalten keine Schätzung darüber, ob der Oktoberregen Menge oder Qualität des kretischen Olivenöls der Saison 2026/27 verändert hat. Für die Erzeuger zeigen die Stationsdaten, dass die Ernte nach 30 sehr nassen Tagen beginnt und dass sich der Regen dieser Woche laut EZMW-Vorhersage auf mehrere Tage verteilen wird, was für die Planung von Ernte und Behandlungen wichtig ist, während die griechischen Pflanzenschutz-Warndienste für Oliven des Regionalzentrums Heraklion die Hinweise für jedes Gebiet geben. Für Käufer von kretischem Olivenöl lässt sich die Wirkung des Oktoberregens messen, sobald die Ernte fortgeschritten ist und die ersten Zahlen der Ölmühlen und Behörden veröffentlicht sind.

Häufige Fragen

Wie viel Regen fiel im Oktober 2026 auf Kreta?

Vom 1. bis 20. Oktober verzeichnete die Station Peza bei Heraklion 175,2 mm, Chania 79,8 mm und Heraklion 59,4 mm, während Xyloskalo in der Samaria-Schlucht vom 1. bis 18. Oktober 1.011 mm erreichte. Rechnet man die letzten zehn Tage im September hinzu, kam Peza in 30 Tagen auf 223,6 mm.

Wird es in den nächsten Tagen auf Kreta wieder regnen?

Die EZMW-Vorhersage vom 26. Oktober sieht je nach Gebiet 8,1 bis 23,8 mm für den 27. bis 29. Oktober und 35,4 bis 47,6 mm für die zehn Tage bis zum 4. November vor. Vorhersagen ändern sich mit jedem neuen Lauf, daher kommt es bei der Feldarbeit auf die jeweils neueste Vorhersage des HNMS an.

Welche Olivenkrankheiten begünstigt Herbstregen?

Laut dem Bulletin des Pflanzenschutzzentrums Heraklion begünstigt Regenwetter mit sinkenden Temperaturen die Pfauenaugenkrankheit, während sich der Olivenkrebs mit Wasser über Wunden ausbreitet, wie sie beim Abschlagen entstehen. Die durch Camarosporium dalmaticum verursachte Weichfäule der Früchte tritt an Oliven auf, die von der Olivenfruchtfliege befallen sind.

Wirkt sich der Regen auf Menge oder Qualität des kretischen Olivenöls aus?

Die bis zum 26. Oktober geprüften amtlichen Quellen enthalten keine Schätzung zu Menge oder Qualität. Das Bild wird sich klären, wenn Ölmühlen und Behörden im Laufe der Ernte Zahlen veröffentlichen.

Warum unterscheiden sich die Regenmengen von Station zu Station so stark?

Die höchsten Summen wurden an Stationen in Samaria, Sfakia, Anogia und Lasithi gemessen, an Küstenstationen wie Heraklion lagen sie deutlich niedriger. Gewitter bringen große Regenmengen auf kleiner Fläche, sodass zwei wenige Kilometer voneinander entfernte Stationen sehr unterschiedliche Summen verzeichnen können.

Wichtige Hinweise

Wikifarmer hat die Tagesdaten der automatischen Stationen des Nationalen Observatoriums Athen (meteo.gr), das agrarmeteorologische Bulletin des HNMS und die numerische Vorhersage des EZMW-Modells IFS ausgewertet. Stationsdaten sind Punktmessungen und beschreiben nicht jeden Olivenhain. Der Durchschnitt des HNMS ist der Durchschnitt früherer Jahre, wie ihn das Bulletin angibt. Die Vorhersage ist der deterministische Lauf von 00 UTC am 26. Oktober 2026 mit einer Gitterweite von 0,25 Grad, etwa 25 km, an den Gitterpunkten 35,25° N 25,00° O (Mittelkreta), 35,25° N 25,25° O (Heraklion), 35,50° N 24,00° O (Chania), 35,00° N 24,75° O (Messara) und 35,00° N 25,75° O (Ierapetra), und sie ändert sich mit jedem neuen Lauf. Der Artikel schätzt keine Schäden und gibt keine Spritzempfehlungen. Jede Behandlung richtet sich nach den amtlichen Pflanzenschutz-Warndiensten, dem Etikett des Mittels und dem Rat einer Fachberatung.

Quellen