Verständnis und Kontrolle des Schwärmens

Schwärmen ist die natürliche Vermehrung und Fortpflanzung des Bienenvolkes. Dieser Prozess findet in der Regel im Frühjahr oder Frühsommer (April – Juni) statt. Vereinfacht gesagt, verlässt die Königin, begleitet von einigen Arbeiterinnen, den Bienenstock auf der Suche nach einem neuen Nest. Dieser Bienenschwarm (die Königin in Begleitung ihrer treuen Arbeiterinnen) wird sich wahrscheinlich in einem Ast eines nahen gelegenen Baums ausruhen, aber bald einen neuen Nistplatz finden, sich niederlassen und seinen Lebenszyklus fortsetzen. In der Zwischenzeit gibt es im Bienenstock genügend Bienen und einige Königinnenzellen, aus denen neue Königinnen hervorgehen werden. Wenn der Imker nicht eingreift, wird sich die stärkste dieser Königinnen durchsetzen (indem sie alle rivalisierenden Königinnen sticht und tötet) und die neue Königin werden. Die Bienen sind genetisch darauf programmiert, zu schwärmen, wenn sie die geeigneten Bedingungen dafür vorfinden. Ohne das Schwärmen hätten die Honigbienen in den Jahrtausenden vor ihrer Domestizierung durch den Menschen nicht überlebt. Unkontrolliertes Schwärmen stellt den Imker jedoch vor Probleme, da die Bienenpopulation (und damit die Honigproduktion) um 50 % oder mehr reduziert wird. Jeder Imker sollte prüfen, wie er das Schwärmen verhindern oder unter kontrollierten Bedingungen nutzen kann. Selbst die erfahrensten Imker erleben jedes Jahr, dass einige ihrer Bienen schwärmen.

Es gibt verschiedene Maßnahmen zur Schwarmvermeidung. Einige Imker schneiden der Königin einen Flügel ab, damit sie nicht mehr fliegen kann (eine alte Technik, die aber auch heute noch viele Anhänger hat). Andere ordnen den Bienenstock neu an und verringern die Bienenpopulation, damit die Königin durch ihre Pheromone besser mit allen Arbeiterinnen kommunizieren kann. Einer der häufigsten Faktoren, die das Schwärmen auslösen, ist der Rückgang der Pheromonproduktion und -abgabe einer alten Königin. Dadurch hören viele Arbeiterinnen nicht auf die Königin oder weigern sich, ihre Befehle auszuführen. Dieses Verhalten ist in überfüllten Bienenstöcken mit schlechter Belüftung häufiger zu beobachten. In diesen Fällen ist die Königin frustriert über ihre Unfähigkeit, den Bienenstock zu kontrollieren und zu motivieren, und flieht, um ein neues, kleineres Volk zu gründen, das nur aus einigen wenigen, aber treuen und „loyalen“ Arbeiterinnen besteht. Auch in diesem Fall erspart uns eine junge bis zu 2 Jahre alte und gesunde Königin in unserem Bienenstock eine Menge Ärger. Die Vermeidung von überfüllten und verstopften Bienenstöcken und die Verbesserung der Belüftung im Bienenstock sind ebenfalls notwendige Maßnahmen, um Schwärmen vorzubeugen.

Im Allgemeinen lagern schwärmende Bienenstöcke nicht genügend Honig ein, den der Imker sammeln kann, und sie bieten auch keine gute Bestäubung für die umliegenden Kulturen. Außerdem besteht für den Imker die Gefahr, dass er den Schwarm nicht entdecken oder einfangen kann. Anstatt zu warten, bis der Schwarm entsteht, und ihn dann zu jagen, können wir unter kontrollierten Bedingungen, die Teilung eines einzelnen Volkes in zwei Teile fördern. In diesem Fall profitieren wir vom kontrollierten Schwärmen durch die Teilung des Volkes und vermeiden gleichzeitig die Risiken. Zum Beispiel können wir vorsichtig einen leeren Bienenstock in der Nähe des zu teilenden Volkes aufstellen. Wir entfernen die Hälfte der Rähmchen des alten Bienenstocks (aber nicht das mit der Königin) und bringen sie in den neuen Beutekasten (es sollten 2 bis 3 Rähmchen mit offenen und verschlossenen Bruten sowie Bruten desselben Tages vorhanden sein). Die Anordnung muss von außen nach innen erfolgen: Honig-Pollen-Brut. Wir bringen das neue „verwaiste“ Bienenvolk an den gewünschten Standort und lassen die Klappe offen. Nach fünf Tagen kontrollieren wir die „Königinnenzellen“, von denen wir nur 2 übriglassen. Dann fügen wir Futter hinzu und überprüfen, ob sich der alte Bienenstock (in dem wir die Königin gelassen haben) gut entwickelt. Dies sind sehr vereinfachte Richtlinien und solch komplexe Handlungen erfordern einige Erfahrung, weshalb es besser ist bei den ersten Teilungsversuchen mit einem erfahrenen Imker zusammenzuarbeiten.

1.) Sozialstruktur und Organisation von Bienen

2.) Bienenstock und Ausrüstung

3.) Standort und Platzierung von Bienenstöcken

4.) Das Schwärmen von Honigbienen

5.) Imkerei für Anfänger

6.) Wie Bienen Honig machen?

7.) Fütterung der Bienen

8.) Die Honigernte

9.) Häufige Bienenkrankheiten und Schädlinge

10.) Bedeutende Honigbienenschädlinge

11.) Vorbereitung der Bienenstöcke für den Winter

12.) Bedeutende Honigbienenkrankheiten

13.) Bienenvergiftungen durch Pestizide

14.) Häufig gestellte Fragen zu Bienen

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