Bienen im winter helfen – bienen im winter füttern

How to prepare beehives for winter

Bienen winterfest machen – bienen richtig überwintern

Der Winter ist die schwierigste Jahreszeit für Bienen, insbesondere wenn der Imker die Bienenstöcke nicht richtig vorbereitet hat. Im Winter treten die meisten Verluste auf was die Bienenbevölkerung angeht. Die erfolgreiche Entwicklung des Bienenstocks und dementsprechend der Produktion von Honig im Frühling und Sommer hängt stark von der Überwinterung ab. Einige Imker verzeichnen Verluste von 20-40% in einem harten Winter. Seien Sie also nicht zu enttäuscht wenn es bei Ihnen auch so läuft. Der Schlüssel um das Ganze zu verhindern besteht darin proaktiv zu sein und nicht reaktiv.

Wie Sie den Bienenstock vorbereiten müssen, hängt von Ort zu Ort an. Dies bedeutet auch, dass niemand Ihnen 100% präzise Ratschläge geben kann, außer diese Person arbeitet schon seit mehreren Jahren als Imker in Ihrer Region und hatte schon die Möglichkeit entsprechende Erfahrung zu sammeln. Unten finden Sie dennoch eine Liste mit den häufigsten Maßnahmen, die Imker im Herbst (meistens September oder Oktober) anwenden um proaktiv das Absterben der Bienen im Winter zu verhindern:

 

  1. Der erste Tipp ist, Ihre Bienenstöcke im Winter an einem sonnigen Ort zu platzieren der auch von Wind geschützt ist. Beachten Sie: Wählen Sie einen Ort, der mind. 4,8km vom ursprünglichen Standort der Bienenstöcke entfernt ist. Andernfalls können sich die Bienen nicht umorientieren und kehren verwirrt zum ursprünglichen Standort zurück, allerdings sind die Bienenstöcke natürlich nicht mehr da.
  2. Überprüfen Sie den Bienenstock im Herbst und schauen Sie ob sich Milben darin ansammeln (idealerweise machen Sie dies im September oder Oktober). Wenn die Anzahl an Milben drastisch steigt, sollten Sie lokale Experten befragen. Die Population der Honigbienen wird im Winter automatisch reduziert, so dass die Bienen weniger Energie benötigen und höhere Überlebenschancen haben. Die Milbenpopulation wird aber nicht im gleichen Maße reduziert. Wenn Sie diesen Schritt also nicht beachten, könnte das Verhältnis von Milben zu Honigbienen zu hoch sein.
  3. Natürlich sollten Sie immer die die Standard-Bienenstockinspektion durchführen und nach einer neuen, aktiven Königin im Bienenstock suchen. Eine junge Bienenkönigin ist für gutes Wachstum im Herbst und dem Überleben des Winters notwendig. Im Herbst soll die Königin möglichst viele Eier legen, au denen Tausende von neuen Arbeiterbienen entstehen werden. Im Gegensatz zu Arbeiterbienen, die im Frühling geboren werden und nur rund 6 Wochen leben, leben Arbeiterbienen, die im Herbst geboren werden, für 4 bis 5 Monate und übernehmen die schwere Arbeit, den Bienenstock warm zu halten und auch dafür zu sorgen, dass die Königin überlebt. Die Königin ist so programmiert, von Natur aus, das Eierlegen über den Winter einzustellen. Das Eierlegen im Herbst ist damit wohl einer der wichtigsten Einflüsse, wenn es um das Überleben des Bienenstocks geht.
  4. Als Faustregel gilt: In Regionen mit langen und harten Wintern benötigen die Bienen weniger Platz. Unser Ziel ist es weniger Platz zu schaffen, so dass die Bienen weniger Bienenstock versorgen müssen und damit Energie sparen. Außerdem haben so auch Eindringlinge weniger Platz und das Risiko, dass die Bienen den Winter deshalb nicht überleben, sinkt enorm. Die meisten Imker entfernen alle leeren Waben im späten Herbst.
  5. Kombinieren Sie schwache Kolonien mit Stärkeren. Wie es die Imker schon lange leben: Es ist besser im Frühjahr zwei lebende Kolonien zu haben, als vier Tote. Kombinieren Sie also schwache Kolonien mit starken (aber niemals zwei schwache Kolonien).
  6. Entfernen Sie die Schichten mit unfertigem Honig, da sonst mehr Platz ist für neue Bienen, die wir ja aber im Herbst nicht haben möchten.
  7. Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Vorrat Ihren Bienen reicht. Das beste Futter für den Winter ist Honig. In milden Klimazonen lassen die Imker den Bienen rund 20kg Honig übrig. In Klimazonen mit strengeren Wintern sind es eher 60kg. Der Verbrauch der Bienen hängt maßgeblich von der Länge des Winters ab. Viele Imker fügen auch hausgemachte Zuckersirupe hinzu. Meistens bestehen sie aus einer Mischung die etwa zu 2 Teilen Zucker enthält und zu einem Teil Wasser. Wenn Sie möchten können Sie auch ätherische Öle wie Thymian hinzufügen. Befragen Sie dazu Ihre lokalen Experten. Wiederum andere Imker verwenden besonderes Fondants, welches sorgfältig in die Bienenstöcke eingesetzt werden muss, da sonst Raubtiere angezogen werden. In seltenen Fällen haben Inker auch schon bis zu 2,2kg trockenen Kristallzucker in den Bienenstock gegeben. Das war allerdings wirklich der letzte Versuch den Bienenstock zu retten. In Kanada, wo die Temperatur oft auf unter -22°F (-30°C) fällt, geben einige Imker routinemäßig 22 kg Zucker in den Bienenstock. Denken Sie daran, dass Zucker mit Zusatzstoffen Ruhr verursachen kann. Schätzungsweise benötigen Bienenstöcke mit 5 Schichten 1,3kg alle zwei Wochen. Um den Bedarf an Pollen zu decken, verwenden einige Imker besondere Bonbons, die Pollenpulver enthalten.
  8. In Gegenden mit langen und harten Wintern ist es vorteilhaft, eine große Zuckertorte auf der Innenseite des Daches zu platzieren (dies stellt sicher, dass ein ausreichender Nahrungsvorrat vorhanden ist und isoliert gleichzeitig gegen Kälte).
  9. Blockieren Sie Bienenstockeingänge (besonders niedrige Zugänge), so dass Mäuse und andere potenzielle Eindringlinge nicht eindringen können. Eine gute Belüftung ist jedoch für das Überleben der Bienen unerlässlich. Sie sollten also ein kleines Fenster offen lassen. Sie können elektronische Mäuse verwenden um Eindringlinge abzuschrecken.
  10. Bei starkem Wind können Sie einen schweren Stein auf den Stock legen, um den Bienenstock vorm Wegrollen zu schützen.
  11. Viele Imker isolieren ihre Bienenstöcke auch, indem sie sie mit speziellem Teerpapier oder einfachem Dachpapier umwickeln. Natürlich geben Sie den Bienen immer ein Loch um die Belüftung des Bienenstockes zu gewährleisten. In einigen Klimazonen kann dies aber zu einer fatalen Ansammlung von Feuchtigkeit im Bienenstock führen. Bitten Sie örtliche Imker nach Ratschlägen.
  12. Öffnen Sie den Bienenstock nicht in den kalten Wintertagen, egal wie besorgt Sie sind. Die Wärme entweicht schnell und die Bienen brauchen viel Kraft und Energie, um diese Wärme wieder erneut zu erzeugen. Wenn die Temperatur einen bestimmten Wert erreicht, können Sie den Stock möglicherweise öffnen, aber achten Sie darauf, dass es nicht länger als eine Minute ist.
  13. Sie sollten regelmäßig überprüfen ob Abfall in der Nähe der Bienenstöcke ist oder unerwünschte Vegetation. Wenn ja, sollten Sie es so schnell wie möglich beseitigen. Wenn zum Beispiel eine Katze, ein kleiner Igel oder ein Waschbär in der Nähe der Bienenstöcke gestorben ist und nicht entfernt wurde, wird der Geruch sicherlich viele potenzielle Eindringlinge(Mäuse, Insekten,) anziehen. Eine saubere Umgebung garantiert Hygiene und sorgt auch dafür, dass wir uns weniger Gedanken um Eindringling machen müssen. Dies gilt für das ganze Jahr, aber im Winter sind Bienenstöcke natürlich noch anfälliger.

Hinterlassen Sie einen Kommentar oder ein Foto mit Ihren Methoden, die Sie anwenden, um Ihre Bienenstöcke im Winter zu schützen.

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